Zweiundzwanzigstes Adventstürchen
Der heiße Kräutertee dampfte aus Gustavs großen Tasse. Mit beiden Händen umfasste er diese und erwärmte sich daran. Die Wärme tat ihm sichtlich gut und seine Finger wurden wieder beweglicher. Er schaute auf seine große an der Wand hängenden Wichteluhr. Zeit mein Fernrohr zur Hand zu nehmen um zu schauen, ob irgendwo meine Hilfe benötigt wird.
Er schaute hier und dort vorbei, alle okay. Dann visierte er die Wichtel Emmi und Ida an. Die gerade dabei waren so kurz vor Weihnachten einen Streich mit fatalen Folgen auf den Weg zu bringen. Das haut einen doch glatt die Füße vom Boden. Am liebsten wäre Gustav aufgesprungen und hätte laut Stopp was macht ihr denn hier gerufen. Beide augenblicklich zur Vernunft gebracht. So blieb ihn nur ein Weg, um den Wahnsinn noch recht zeitig zu stoppen. Er wählte die Nummer der Wichtel, um sie von ihren Tatandrang abzufangen. Das Wasser in der Badewanne lief schon und es schäumte reichlich. Ida nahm das Gespräch an und hielt den Lautsprecher weit von sich und wurde kreidebleich. So aufgebracht hatten selbst die Wichtel Gustav noch nie erlebt.
„Wie könnt ihr so kurz vor dem Weihnachtsfest hier so einen Unfug veranstalten. Seit ihr nicht bei Sinnen? Schimpfte Gustav von der anderen Seite des Lautsprechers.
„Na wir wollten doch nur ….“ versuchte Ida sich zu erklären.
„Ihr wolltet nur …. was wolltet ihr nur?“ schalte es von Gustav
„Na ...wir ...wollten ...Schnee für Hanna und Emma zaubern“ kam es zögerlich von Ida.
„Habt ihr nicht gelernt, das euer Schabernack und Wichtelzauberei keinen Schaden verursachen darf“ fügte er belehrend an.
Ida drehte sofort den Wasserhahn ab und ließ das Wasser ablaufen. Nur der reichliche Schaum füllte die halbe Badewanne.
Gustav atmete erst einmal kräftig durch, auf was werden sie noch alles kommen. Schnee aus Waschmittel zaubern. Ich will mir gar nicht ausdenken, was das für ein Aufwand wäre, alles wieder in Ordnung zu bringen. Gerade jetzt so kurz vor dem Weihnachtsfest. Er schüttelte noch ein paar mal ungläubig sein Kopf und beruhigte sich. Legte erst einmal das Fernglas bei Seite um sich sein Abendbrot vorzubereiten.
So konnte Gustav nicht mehr sehen, das sich der Wichtel Laurenz sehr wunderte, warum drei Weihnachtsmützen in der Garderobe platziert waren. Er zweifelte schon an sich. Ich habe doch gar nichts gezaubert. Die lagen vorhin doch noch gar nicht hier? Gibt es jetzt drei Weihnachtsmänner er kniff sich in sein Arm um zu prüfen ob er träumt. Aua, das tat echt weh. Er hatte doch glatt eine empfindliche Stelle erwischt.
Was dass mit den drei Weihnachtsmützen auf sich hat, erfährt ihr vielleicht morgen.
© Petra-Josephine