Siebzehntes Adventstürchen

Siebzehntes Adventstürchen


Der winterliche Tee, aus frischen Tannengrün Nadeln bereitete sich duftend im Raum. Welchen Gustav aus der Thermoskanne in seiner Tasse aufgoss. Dieser dampfte vor sich hin. Dass das Fernglas keine klare Sicht freigab. Er zog sein Putztuch aus der Hülle des Fernglases und befreite die Linse vom Wasserdampf. Nun versuchte er es erneut eine andere Familie mit einem Wichtel der Wohnung ins Visier zu nehmen. „Wenn haben wir den da, das ist ja unser Wichtel Harry beim fünfjährigen Winne.“ sprach er vor sich hin.
Papa Pit und Mama Janni saßen auf der Couch und unterhielten sich ganz stolz über ihren Sohn, der im Kinderzimmer an seinem Schreibtisch saß und für seine Eltern ein wunderschönes Weihnachtsbild malte. Mit ganz vielen bunten Farben. Er hat doch tatsächlich seine anfängliche Scheu des Fahrradfahren lernen überwunden. Das Fahrrad ist leuchtend rot und hat eine Flamme auf den Rahmen. Die Winne unterstützt jeden Tag ein bisschen mutiger und gleichzeitig auch sicherer auf seinem neuen roten Fahrrad sich zu fühlen. Schließlich wird Mut ja auch belohnt. Nun kann er schon richtig gut Fahrrad fahren, dass er im nächsten Frühling seine erste eigene Radtour mit einem Picknick im Wald unternehmen kann. Natürlich nur unter den wachsamen Augen von Papa Pit und Mama Janni.
Diese Unterhaltung lauschte ganz still und unsichtbar Wichtel Harry. Wann bin ich eigentlich das letzte mal Fahrrad gefahren überlegte sich Harry kurz. Ich werde es doch glatt heut Nacht probieren ob ich es noch kann. Natürlich kann ich das noch, bestärkte er sich selbst. Danach holte er sein rotes Wichtel Fahrrad hervor. Stibitzte sich unbemerkt ein paar Bausteine aus Winnes Kinderzimmer und baute sich ein Parcours mit diesen Bausteinen mitten durch den Flur auf. In der folgenden Nacht übte Harry immer wieder um die Bausteine herum Slalom zu fahren. Nachdem er gleich am Anfang einmal fast vom Fahrrad gefallen war, bemerkte er sofort das er etwas ganz wichtiges vergessen hatte. Denn auch Wichtel müssen auf ihre Gesundheit achten. Natürlich nur mit der passenden Ausrüstung. Schnell bemerkte Harry, dass er ein klein wenig aus der Übung geraten war. Denn die Balance und das Gleichgewicht auf dem Fahrrad zu halten war gar nicht so einfach. Nach dem er es einmal doch nicht rechtzeitig geschafft hatte zu bremsen, sprang er von seinem Fahrrad und landete haarscharf an der Wand vorbei. Zum Glück habe ich doch noch mein Wichtel Sturzhelm aufgesetzt, tröstete er sich selbst. Wer will schon auf die wundervollste Zeit des Jahres verzichten. Wenn es so schön überall leuchtet, glitzert, duftet und weihnachtet. Vor allen mit Winne gemeinsam Spaß haben und in seinem Bett versteck spielen. Denn das hat Winne am liebsten, sich verstecken und warten bis Mama Janni oder Papa Pit ihn findet.

Dem Wichtel ältesten Gustav fielen langsam die Augen zu, just in jenem Moment, als er seine Teetasse in der rechten Hand hielt. Ob er sie fallen ließ oder noch rechtzeitig erwachte erfahrt ihr vielleicht morgen.

© Petra-Josephine