Vierundzwanzigstes Adventstürchen
In den frühen Morgenstunden roch es immer noch irgendwie merkwürdig. Die Wichtel hatten sich daran gewöhnt und warteten gespannt hinter ihrer Wichteltür auf die Reaktion der Familie. Noch mussten sie geduldig warten. Dann vernahmen sie die ersten Schritte die immer deutlicher zu hören waren. Aus den Kinderzimmer kommend standen auch Aron und Ravi im Wohnzimmer neben Papa Silas. Mama Bella klapperte derweil schon in der Küche mit dem Geschirr zum Frühstück. Ravi und Aron standen vor der Wichteltür mit ein klein wenig Wehmut im Herzen. Schließlich ist ja heute der Heiligabend, jener Tag an dem die Wichtel gewöhnlich langsam wieder aufbrechen um sich zurück zu ziehen. Nicht mal ein Weihnachtsbaum haben sie in diesem Jahr aufgestellt bemerkte Ravi mitfühlend.
Da rief es schon aus der Küche: „Hat einer von euch die Gewürzgurken, das Gurkenglas gesehen?“ Schon stand sie im Türrahmen und sah in den Raum hinein. Aron und Ravi schüttelten den Kopf. Sie waren es nicht und Papa Silas sind Gewürzgurken sowieso zu sauer, er mag sie auch nicht pur essen. „Seltsam ich habe sie mir doch extra auf den Küchenschrank bereit gestellt. Sagt mal was riecht hier so komisch. Riecht ihr das auch?“ „Jetzt wo du es sagst, fällt es mir auch auf.“ erwiderte Papa Silas und öffnete das Fenster. Eine kühle frische Luft strömte ins Wohnzimmer. Eine Socke fiel direkt vom Windzug auf den Boden. „Von wo kommt die denn nun jetzt so plötzlich her?“ Suchende Blicke scannten den Raum ab und entdeckten weitere Socken an der Zimmerdecke? Papa Silas holte eine Leiter und entfernte die an der Decke hängenden Socken, welche aus dem Wäschekorb stammten. Puh… jetzt weis ich woher das Sprichwort kommt, es stinkt bis zum Himmel. Aron und Ravi wussten sofort, das konnten doch nur wieder das Werk ihrer geliebten Wichtel gewesen sein. Auf was für Ideen sie so kommen. Mama Bella schüttelte immer noch ungläubig ihren Kopf und verschwand wieder in die Küche.
Die Gewürzgurken blieben jedoch irgendwie verschollen. Nachdem das Wohnzimmer ausgiebig gelüftet war und das Fenster geschlossen. Dauerte es nicht lange und ein weiterer seltsamer vertrauter bekannter zarter Duft breitete sich in der Nähe der Wichteltür aus. Zuerst bemerkte es Ravi mit seiner feinfühligen Nase. Die werden doch nicht etwas, die Gurken gemopst haben? Dachte er so ganz still für sich allein.
Wie jedes Jahr am Heilgenabend gingen sie gemeinsam eine kleine Runde jetzt in ihrer neuen Heimat in Winterwalde spazieren.
Im Wohnzimmer war es mucksmäuschen still geworden, eine gute Gelegenheit welche die Wichtel Kalle und Niko nutzten um ihren Weihnachtsbaum, welchen sie in der letzten Nacht doch noch geschaffen haben aufzustellen. Sie hatten ganz schön zu kämpfen ihn unversehrt durch die kleine Wichteltür nach außen zu befördern. Nach ein paar kleineren Reparaturarbeiten stand er kerzengerade vor dem Wichteldomizil. Ein Weihnachtsbaum den man essen kann hatten wir noch nie. Untersteh dich bitte Niko, mahnte Kalle seinem Freund.
Da ging auch schon die Wohnungstür auf und die Familie kehrte vom Sparziergang erholt zurück. Gemeinsam deckten sie die Kaffeetafel und warteten auf den Weihnachtsmann. Sie warteten und warteten jedoch nichts geschah. Ob er uns vergessen hat? Fragende Kinderaugen sahen gespannt immer wieder zur Eingangstür. Schließlich ist es nicht so leicht den schweren Sack bis in die fünfte Etage zu tragen. Der Weihnachtsmann ist ja schließlich auch schon in die Jahre gekommen. Tröstete Papa Silas seine Söhne. Nach einer geschätzten Ewigkeit unterbrach Papa Silas die Stille. Schaut mal, was ist denn da auf dem Balkon? Aron und Ravi rannten zur Balkontür und entdeckten einen prall gefüllten Sack. Den hat der Weihnachtsmann sicher über den Balkon geworfen. So wird es wohl gewesen sein. Sie trugen gemeinsam den Sack ins Wohnzimmer und stellten ihn vor den Weihnachtsbaum ab.
Aron und Ravi liefen zu der Wichteltür, um auch ihre Wichtel vor der Bescherung ein frohes Weihnachten zu wünschen. „Mama, Mama hier sind deine Gewürzgurken.“ Rief Aron sogleich. „Die Wichtel haben sich daraus einen Weihnachtsbaum gefertigt.“ Schließlich wissen sich auch Wichtel manchmal aus der Not zu helfen.
Unter dem Gewürzgurken-Wichtel-Weihnachtsbaum lag noch eine letzte Botschaft für Aron und Ravi bereit.
Lieber Aron, lieber Ravi,
In diesem Jahr sind wir ja etwas verspätet bei euch eingetroffen. Das war ganz schön aufregend bis wir endlich eure neue Adresse in der Hand hatten. Wir telefonierten mit dem Wichtel Gustav und er hat mit all den daheim gebliebenen Wichtel uns die Erlaubnis gegeben bis zum 6 Januar bei euch zu verweilen. Das ist doch eine tolle Nachricht oder?
Wir freuen uns schon mit euch noch viele Späße zu erleben.
Aron danke für deine Briefe die du uns persönlich zu kommen lassen hast. Wir haben uns sehr gefreut.
Lieber Ravi vielleicht hast du ja auch mal Lust uns zu schreiben, dein Briefkasten schaut schon ganz traurig. Bunte Stifte und Papier haben wir auf deinem Schreibtisch schon gesehen.
Für heute am Heiligabend wünschen wir euch einen fleißigen 🎅 Weihnachtsmann.
Eure Wichtel Kalle und Niko
Nachdem die Kinder die Botschaft des Wichtels gelesen haben ging es ans auspacken der Weihnachtsgaben die unter dem Weihnachtsbaum standen.
Ein frohes besinnliches Weihnachtsfest wünschen euch Allen
die Kinder Aron und Ravi mir den Papa Silas und Mama Bella
sowie die Wichtel Kalle und Niko
Rutscht gut ins neue Jahr vielleicht lesen oder hören wir uns ja wieder im nächsten Jahr.
Bis bald
© Petra-Josephine