Dreiundzwanzigstes Adventstürchen
Nach dem Abendessen suchte Ravi und Aron vergebens ihren Schlafanzug. Obwohl sie ihn immer im Kinderzimmer ausziehen und ins Bett legen, war dieser wie vom Erdboden verschluckt. Nur komisch war, das alle beide gleichzeitig verschwunden waren. Aron rief aus dem Kinderzimmer „Mama hast du mein Schlafanzug in die Wäsche getan?“
„Nein warum fragst du ?“
„Na weil ich ihn nirgends finden kann Mama“ erklärte er sich.
Aus dem anderen Kinderzimmer, meldete Ravi ebenfalls den Verlust seines Schlafanzuges, nachdem er sein ganzes Bett nach diesem durchwühlt hatte.
So gut wie gleichzeitig rannten sie ins Wohnzimmer und stießen doch um Haaresbreite fast zusammen. Zum Glück konnten sie sich gerade noch so ausbremsen, dass keiner mit einer Beule oder blauen Fleck davon kam. In dem sie so fast aufeinander prallten entdeckte Aron die Bescherung. Mit der Rechten Hand zeigte er auf den Weihnachtsbaum und fragte.
„Haben wir etwa heute schon Bescherung?“
Ravi entdeckte etwas rotes am Weihnachtsbaum durchschimmern
„Ich glaube ich habe ihn gefunden“ und lief schon eilend zum Weihnachtsbaum.
Mama Bella konnte ihn kaum bremsen, sie sah ihren Wildfang schon die Hose vom Baum reißen das dieser zum fallen droht.
„Stopp die Schlafhose hängt viel zu hoch Ravi, ich helfe dir“.
Gemeinsam befreiten sie den Weihnachtsbaum von der Kleidung. Nur mit den Lichtern bestückt sah er schon ziemlich ungeschmückt aus.
„Kein Wunder das die Wichtel ihn an putzen wollten“ kam es prompt von Aron.
„Nein Kinder der Weihnachtsbaum wird immer erst am vierundzwanzigsten Dezember vormittags geschmückt wie jedes Jahr. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Morgen schmücken wir ihn gemeinsam.“
Ravi und Aron huschten in ihr Schlafgewand und waren sogleich in ihre Betten gehuscht. Aron las wie jeden Abend noch ein paar Seiten in seinem Buch und Ravi hörte sich eine Weihnachtsgeschichte an und schlief derweil sanft ein.
Die Wichtel belauschte alles was am Abend so vor sich ging und stellten fest, dass sie ihren eigenen Weihnachtsbaum noch gar nicht aufgestellt haben. Ist ja auch kein Wunder bei dem Trubel was wir in dieser Adventszeit durchgemacht haben, bemerkte Kalle so nebenbei. Jedoch da sie noch reichlich Zauberpulver zur Verfügung hatten beschlossen sie sich, einen Weihnachtsbaum zu zaubern. Niko streute etwas Zauberpulver auf die vor der Wichteltür stehende Tanne und Aron sprach den Zauberspruch. Sie staunten nicht schlecht, der Tannenbaum verschwand vor ihren Augen und ward nicht mehr zu sehen. Oh je, nun standen sie ohne einen Weihnachtsbaum da. Kalle bemühte sich den Zauber zurückzunehmen. Es tat sich nichts, es rührte sich auch rein gar nichts. „Soll das unser Weihnachten werden ohne den traditionellen Wichtel Weihnachtsbaum?“ Niko konnte und wollte es nicht verstehen. Sein eindeutiger Blick verstärkten seine Gedanken. „Das ist doch keine richtiges Weihnachten“ verteidigte er sich.
Kalle versuchte es ihm zu erklären. „ Niko manchmal kommt es nun mal anders, als wir es uns ersehnen. So wie jene Verzögerung bis wir hier angekommen sind bei Aron und Ravi. Wir sind nur noch ein paar Tage hier und statt zu schmollen lass uns die Zeit vollen Herzens genießen. Oder bist du da anderer Meinung“
„Kalle du hast ja recht, vielleicht fällt uns ja was ein“ und dabei fing er schon schelmisch an zu lachen und sein Blick wanderte auf den großen Weihnachtsbaum im Wohnzimmer.
„Untersteh dich, lass es bitte sein Niko“ mit einer mahnenden Stimme.
„Wir schneiden einen Zweig aus den Weihnachtsbaum und schon haben wir zwar einen zu großen aber wir haben wenigstens dann auch einen Weihnachtsbaum“ verteidigte sich Niko.
„Nein dann ist der wunderschöne Weihnachtsbaum nicht mehr so wunderschön und steht traurig im Raum. Möchtest du das wirklich?“
„Nein es war ja nur eine Idee“ kam es fast kleinlaut von Niko
„Das will ich auch ernsthaft gehofft haben Niko. Wir haben ja noch ein paar Stunden bis zum heiligen Abend vielleicht fällt uns ja noch etwas ein.“ tröstete er seinen etwas traurigen Wichtelfreund.
„Lass und jetzt lieber noch ein Spaß vorbereiten ich habe da so eine Idee, die passt zu deiner Stimmung die stinkt gerade bis zum Himmel“
Weihnachten ohne einen Weihnachsbaum geht das überhaupt?
In dieser Nacht genossen sie ihre Freude am Schabernack und Späße machen. So verschwanden alle Stifte aus der Federtasche der Kinder. Salzstange platzierten sie stattdessen in die Federtaschen. Stifte zum Naschen wie sollen die Kinder da nur schreiben oder malen können. Doch den Wichteln war es egal schließlich sind sie ja auch zum Schabernack treiben hier. Kaum auszudenken wenn sie zur Schule gehen und statt Stifte nur Salzstangen vorfinden.
Es fing schon langsam an hell zu werden. Irgendwas stinkt immer noch zum Himmel, doch was das sein könnte erfahrt ihr vielleicht, aber nur wenn ihr Glück habt morgen.
© Petra-Josephine