Zweiundzwanzigstes Adventstürchen


    Zweiundzwanzigstes Adventstürchen 

    Ein leichter Wind zog durch das geöffnete Fenster und flutete die Wohnung gleichzeitig mit frischen Sauerstoff. Die Wichtel schliefen seelenruhig in ihrem Domizil. Nicht einmal der saugende Staubsauger weckte sie auf. Es war der knurrende Magen von Niko der den ersten Wichtel weckte. Niko stand auf und wollte sich was zum essen aus dem Schrank nehmen, da fiel ihm ein Teller aus der Hand. Er klirrte so laut das Kalle gleich in seinem Wichtelbett saß und sich erschrocken umschaute. "Sorry mir ist nur der Teller aus der Hand gelitten. Aber er ist ganz geblieben " erklärte sich Niko und seine Beine zitterten dabei. Denn auch er erschrak sich so sehr dass es ihm selbst durch den ganzen kleinen Körper fuhr. 
    Kalle reckte und streckte sich ausgiebig und stand ebenfalls auf. Denn an schlafen war nun nicht mehr zu denken. Er war putzmunter von Null auf Hundert. Sein Herz schlug kräftig und etwas schneller. Bevor er aufstand atmete er ein paar Mal kräftig durch. "So nun bin ich bereit aufzustehen" stieg zuerst mit seinem rechten und dann mit seinem linken Bein aus dem Bett.
    Machte sich für den Tag zurecht, denn auch Wichtel müssen sich ordentlich ihre Zähne putzen. 
    Gemeinsam frühstückten sie ausgiebig und plauschten über die aufregende Zeit der Suche und dies und das. Doch plötzlich kam es ihnen fast gleichzeitig in den Sinn das sie in dieser Adventszeit noch gar nicht so viele Schabernack gemacht haben. Das müssen wir unbedingt ändern, so kann es auf keinen Fall bleiben. So saßen sie am Tisch und überlegen sich was sie so heute machen könnten wenn kein menschliches Wesen in der Wohnung ist. Nichts schien ihn passend zu sein. Alles was ihnen in den Sinn kam war ihn nicht spaßig genug.
    Immer wieder kam der Satz, ich habe  es, ach nein ist doch nicht so gut. Jetzt habe ich aber eine ganz coole Idee. Da werden die Kids erst Augen machen und lachen. Kalle beauftragte Niko aus dem Bad ein paar Wäscheklammern zu holen. Kalle ging derweil in die Kinderzimmer und holte sich Socken, Unterwäsche sowie ein paar kleine Kuscheltiere aus Ravis Kuschelecke. Die Kuscheltiere setzte Kalle auf die Tannenzweige des Weihnachtsbaumes der im Wohnzimmer stand. Die Socken und Unterwäsche hingen sie gemeinsam auf und befestigen diese mit den Wäscheklammern. Das sah vielleicht ulkig und gleichzeitig lustig aus.
    Kalle und Niko waren so ausgelassen, das sie sich anschließend noch eine Kissenschlacht im Wohnzimmer gaben. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie das Wohnzimmer aus sah. Alle Kissen die die Wichtel finden konnten lagen auf den Boden verteilt. Sogar Mama Bellas  und Papa Silas Kopfkissen war hier zu finden.
    Zum Aufräumen kamen die Wichtel nicht mehr, da die Zeit viel zu schnell davon eilte. Sie hatten Mühe über den Kissen Berge zu klettern, um ungesehen hinter ihre Wichteltür zu verschwinde.

    Mama Bella betrat als erste das Wohnzimmer, schlug die Hände an ihrem Kopf und rief laut "Was ist den hier passiert!" Aron und Ravi drängten sich an Mama Bella vorbei, um auch zu sehen was da los war. Ravi hatte sogar noch ein Straßenschuh am Fuß. "Na hier ist ja was los, hier war wohl Remmidemmi" stellte Mama Bella noch einmal fest und erblickte den Straßenschuh an Ravis Fuß. "Husch ab raus vor die Tür und erst einmal ordentlich die Schuhe ausziehen" forderte sie ihn auf. 

    Mama Bella nahm ihre Kopfkissen von den Betten und trug sie zurück ins Schlafzimmer. Ravi legte die Stuhlkissen auf ihre Plätze und Aron sammelte die Kissen der Couch auf. Im Nu haben sie gemeinsam das Chaos auf dem Fußoden des Wohnzimmers beseitigt. 

    Am Abend stand Ravi neben Aron vor die Wichteltür und unterhielt sich lachend mit ihnen.

    Ob und wann sie den geschmückten Weihnachtsbaum entdecken erfahrt ihr vielleicht morgen. 

    © Petra-Josephine