Der Familienadventskalender

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Der Familienadventskalender

Weihnachten ohne Adventskalender ist wie Winter ohne Schnee. Doch Tobi, der eigentlich Tobias heißt, hat sich im letzten Jahr so daneben benommen, das es keine Freude machte ihm wieder einen nur zum schnellen verzehr zu kaufen. Im vergangenen Jahr war er innerhalb von vier Tagen verspeist. Als ihn seine Mutter nach den Grund des schnellen Verzehrs fragte antwortete er, er hatte Appetit gehabt.
Der Mutter tat es im Herzen weh, nicht weil er die Schokolade verspeiste sondern deswegen weil er den Sinn des Adventskalenders mit Füßen getreten hatte. Ihn einfach ignoriert.
Nun stand sie im Supermarkt vor dem Regal mit den vielfältigen Angebot an diesen besagten Kalendern mit den vierundzwanzig Türchen. Sofort  erinnerte sie sich an Tobias Verhalten und sie fragte sich selbst im Stillen, warum es eigentlich keine Adventskalender mit diesen kleinen Bildern mehr gibt. Die haben uns doch damals so wundervoll die Zeit zum Weihnachtsfest verkürzt.
Weihnachten ohne diesen besagten Kalender, kann auch sie sich nicht vorstellen.
Sie ging weiter, ohne einen zu kaufen, denn ihr inneres Gefühl verbot ihr sich noch einmal über Tobias derartig zu ärgern.
Daheim angekommen, ging ihr immer wieder der Brauch des Kalenders vor Weihnachten durch den Kopf. Dann sah sie unter den Tisch in dem das Häkelgarn sie förmlich anlächelte. Damit hatte sie sofort eine Idee im Kopf.
Na warte meine kleine Naschkatze, du bekommst einen ganz besonderen Adventskalender. Sie häkelte die darauffolgenden Tage vierundzwanzig Glöckchen, vierundzwanzig Sternchen und vierundzwanzig Schneeflöckchen. Als sie fertig war, legte sie diese alle in eine Schüssel, welche sie zuvor mit weihnachtlichen Papier umhüllte.

Kurz vor dem 1 Dezember fragte Tobias beim gemeinsamen Abendbot essen, ob es dies Jahr kein Kalender gibt. Die Mutter lächelte, gut das du danach fragst Tobias, ich habe ihn diesmal etwas anders gestaltet. Sie holte die Schüssel mit den gehäkelten Glöckchen, Sternchen und Schneeflocken und stellte diese auf den Tisch. Jeder darf sich für eines entscheiden sagte sie. Tobias was möchtest du haben? Er nahm sich ein Glöckchen und der Vater ein Sterne so blieben für die Mutter die Schneeflöckchen. Morgen ist der 1 Dezember und wir werden dann täglich unser kleines Tannenbäumchen vor dem Haus damit schmücken. So können wir in der Schüssel die sich dann sichtlich leeren wird sehen das Weihnachten sich nähert. Der Tannenbaum putzt sich langsam dann auch schon fürs Weihnachtsfest.
Der Vater musste lächeln und wusste genau woher der Wind weht. Tobias schluckte einmal in sich hinein und erinnerte sich an seinen letzten Adventskalender und an die Worte seiner Mutter. Sie versuchte ihn zu erklären, das Weihnachten nicht nur ein Fest der Geschenke sei sondern ein Fest der tiefen Verbundenheit, ein Fest des Gefühles. Als Tobias damals sein Herz bei seiner Oma ausschüttete, die immer ein Ohr für ihn hatte. Nahm auch sie sich viel Zeit, um ihn den Sinn der Vorweihnachtszeit zu erläutern. Sie sagte Weihnachten sei das Fest der Besinnung und Liebe.

Tobias stand auf und drückte seine Mutter, gab ihr einen dicken Kuss auf die Wange und entschuldigte sich für sein verhalten im vergangenem Jahr und sprach. „Das ist eine wundervolle Idee Mutter! Das ist ab jetzt unser ganz spezielle Familienadventskalender.“

Ich wünsche euch allen eine friedliche besinnliche Vorweihnachtszeit.


CC BY-NC-ND © 23.11.2016 Petra-Josephine

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