Engelsteufelchensdankbarkeitsküschen

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Engelsteufelchensdankbarkeitsküschen

Es war einmal lange, sehr lange vor unser Zeit. Da war alles noch schön sortiert getrennt auf dieser unserer Welt. Da wohnte der Teufel noch brav in seiner Hölle und die Engel hinter dem Himmelstor. Doch irgendwann wuchs der Wunsch auf Wanderschaft zu gehen. So ging der Teufel nach oben auf die Erde um seine Neugier zu stillen. Ob er hier ebenfalls seine Spielchen treiben kann und nicht nur in der tristen Dunkelheit. Er schaute sich angriffslustig um und beobachtete alles was sein Auge erspähen konnte.

Zur gleichen Zeit trat ein Engelchen vor Petrus und bat ihn eine Zeit zu entbehren, damit es die Sehnsucht stillen kann, was unten auf der Erde geschieht. „Lieber Petrus, bitte lass mich einen Ausflug zur Erde machen, den irgendwie ist mein Verlangen dies zu erleben immer mehr gewachsen und nun ist er so groß geworden, das ich ihn nicht mehr verbergen kann.“ „Liebes Engelchen, du bist ein wundervoller Engel und da ich dich liebe, kann ich es dir nicht verwehren. Doch eines das darfst du nicht auf der Erde mitnehmen.“ Voller Freude, dass es nun auf die Erde gehen darf, willigte das Engelchen ohne

groß darüber nachzudenken ein. Es sah sich schon glücklich und frei auf der Erde bewegen. „Du musst deine Flügel am Himmelstor abgeben und mit dem dein Leben teilen, der dir als erstes über den Weg läuft.“ Das Engelchen kannte ja nur Gutes und willigte diese sofort bereitwillig ein. Am Himmelstor wurde das Engelchen von all den anderen liebevoll verabschiedet. Es sah schon seltsam aus, so ganz ohne Flügel, doch das Engelchen fühlte es selbst nicht, denn es war so von der Freude und den Wunsch überwältigt, das es das Fehlen der Flügel gar nicht bemerkt hat. Petrus drehte das Engelchen so lange um

die eigene Achse, bis es schon schummrig wurde und dann hoben alle Engelchen es an und setzten es zum freien Fall in die Luft. Durch den Sog, der durchs schnelle drehen entstanden ist, geleitete das Engelchen schnell zur Erde hinunter. So weich sanft wie eine Feder federte das Engelchen auf die Erde auf. Von der Ankunft völlig benommen, legte es sich aufs weiche Moosige Gras am Waldesrand, die der vertrauten Wolke fast glich. Schlief sofort ein, den die Abfahrt war doch auch ein klein wenig anstrengend. Das Teufelchen hatte sich schon gewundert, was da so ebbend durch die

Luft gewirbelt kam. Machte sich sofort auf die Suche um es zu entdecken. So schlug es die Richtung ein, wo es kurz zuvor etwas niedersinken sah. Er brauchte zwei Stunden, bis er endlich dort ankam, wo unser Engelchen schlief. Nun stand er direkt davor und betrachtete es mit seinem teuflischen verschmitzten Blick. Das bemerkte das Engelchen und erschrak sofort. Es waren zwei Dinge, die unserem Engelchen die Flucht ergreifen ließ. Der Teufel hatte zwei Hörner auf und ein Dreizack stab in der Hand. Der Teufel freute sich das das Engelchen Angst vor ihm hatte und doch war da noch etwas was er im Schilde

führte. Der Teufel ließ das Engelchen in Ruhe und freute sich mit der Zeit werde ich dich schon kriegen. Legte sich in die Sonne und träumte gelassen in den Tag hinein. Das Engelchen nutzte die Zeit um sich selbst zu besinnen und zur Ruhe zu kommen. Erst jetzt bemerkte es, dass es keine Flügel mehr hatte und die Leichtigkeit verloren, die es einst immer mit sich führte. „Ich wollte es so!“ munterte sich das Engelchen auf um das innere Unwohlsein zu besiegen. Da das Engelchen gewohnt war, in reiner Harmonie zu leben, wollte es dies auch

beibehalten. Tage vergingen und das Engelchen lebte sich recht schnell und gut auf der Erde ein. Es konnte für sich selbst gut sorgen und schaffte es die eigene Harmonie wieder herzustellen, die das Teufelchen durch sein Erscheinen für kurze Zeit zerstört hatte. Da das Engelchen gewohnt war, sich mit allen zu verstehen wollte es sein neues unbekanntes Gefühl überwinden, die der Teufel ihm bei seinem ersten Erscheinen ihr überreichte. Es tröstete sich und sagte vielleicht werde ich ihn nie mehr sehn. Doch ehe es den Gedanken dachte stand das

Teufelchen dicht vor ihr und der Dreizack machte ihre große Bedenken, die sie nie zuvor so kannte. Wie ein Schutzpanzer schob das wiedererwachte Gefühl das Engelchen in eine Enge, in der es sich sehr unwohl fühlte. Der Teufel freute sich, ohne irgendetwas unternommen zu haben das Engelchen so fürchten zu sehen. Diese Begegnungen fanden immer wieder im gleichen Geschehen statt. Das Engelchen besann sich an die Zeit, die es oben bei Petrus und all seinen Engelfreunden hatte und sehnte sich immer mehr dort zurück. „Du kannst das auch hier leben, es ist dein Leben!“ munterte sich wieder das

Engelchen auf. „Das Nächste, mal zeige ich keine Furcht“ forderte das Engelchen von sich selbst. „Wie willst du das machen?“ fragte eine innere Stimme dem Engelchen. Ich stelle mich dem Unwohlsein. Bei der darauffolgenden Begegnung mit dem Teufel, lächelte das Engelchen den Teufel an. Versuchte nicht auf den Dreizack zu schauen, denn der war es der dem Engelchen Furcht einlöste. Das hatte es jetzt für sich soeben erkennen können. Damit war es wieder dort wo es nicht sein wollte. Dem Teufel kam es sehr seltsam vor, erst das Lächeln und dann doch wieder dieser Rückzug und nun wollte er es

wissen was das Engelchen im Schilde führt. Das Engelchen betrachtete ganz genau diesen Dreizack und versuchte die Waffe zu entschärfen die ihm Furcht und immer wieder den Abstand zum Teufel verschaffte. „Komm mir nicht zu nah, sonst steche ich zu“ fühlte das Engelchen erst jetzt und erfuhr damit das erste Mal, was ein Teufel im Schilde führt. Der Teufel weilte nicht in der Hölle, weil ihm die Sehnsucht nach oben gerufen hatte und auf der Erde war er um etwas Neues kennen zu lerne. Jetzt war der Augenblick da, in dem er wusste, warum er hier weilte. Es

erwachte in ihm der Wunsch zu wissen, warum das Engelchen jedes Mal erneut vor ihn verunsichert sich zeigte. Das Engelchen legte sich auf die Wiese betrachtete die Wolken und stellte sich den Teufel im Himmel vor. Die Hörner machten dem Engelchen kein Unwohlsein. Die können es nicht sein, dachte es so bei sich die mir an ihm nicht gefallen. Dann lachte es laut vor sich hin. Dem Teufel sind wohl Hörner gewachsen, weil er immer wieder an seine Grenzen gestoßen ist und hat sie sich dort abgestoßen. Weil er so nicht weiterkam, legte er sich sicher sein Dreizack Stab an, um sich selbst zu

schützen. Er möchte Abstand zu sich gewahren, damit keiner ihn durchschauen kann, was er im Schilde führt. Das Engelchen überlegte sich, wie es den Dreizack Stab anders sehen kann, damit es das Unwohlsein überwindet. Alle guten Dinge sind drei, lächelt es sich aufmuntert zu, aber welche sind das denn? Der Versuch mit Hoffnung den Erfolg zu erreichen. Wo hatte ich nur all mein Wissen gelassen, das ich mich so irren ließ und etwas unbekanntes mich verunsichern konnte. Im selben Augenblick stand wieder der Teufel vor dem Engelchen und das

Engelchen lächelte ihm ganz vertraut und gelassen an. In Gedanken sagte es ich wünsch dir Glück. Das Teufelchen freute sich und gab spontan dem Engelchen ein sachtes Küsschen auf die Wange. Damit war das erste Engelsteufelküschen geboren. Gemeinsam setzten sie sich auf die Wiese am Waldesrand und plauschten über Dinge die ihnen sehr vertraut waren. Das Unwohlsein des Engelchens von eins gab es nicht mehr und das Teufelchen legte seinen Dreizack Stab ab denn es brauchte diesen nun nicht mehr. Er legte es zur Seite und von nun an war es für beide bestimmt. Sie schauten zum Waldrand und trauten

ihren Augen nicht, den dort stand ein Haus mit der Aufschrift „Tritt ein so bist du nie mehr allein“ Dem Haus schmückte ein bunter Garten mit vielen blühenden Blumen Gräsern und Bäumen. Sie betrachteten es von der Ferne und langsam wuchs eine Freundschaft zwischen dem Engelchen und dem Teufelchen, sie gingen dem Haus entgegen. Das Teufelchen sah zum Haus hinüber wünschte sich dort hinein. Das Engelchen hat die leuchtenden Augen des Teufelchens gesehen und wollte gerade eine Antwort darauf geben. Doch plötzlich wurde dem Teufel schummrig er sank in sich und lag regungslos am

Boden, als sie kurz vor der Gartentür des Hauses standen welche leicht geöffnet war. Das Engelchen griff sofort das Teufelchen unter die Arme und zog es in den Garten hinein. Es hatte keine Zeit die Aufschrift zu lesen „Garten der Erkenntnis.“ Sie legte sich mit dem Teufel unter den Baum Mut, doch er erweckte ihn nicht. Sie zog ihn weiter unter den Baum der Hoffnung auch dieser er weckte ihn nicht. Sie sah verzweifelt auf den Baum des Weisen der viel zu weit entfernt war um ihn gemeinsam zu erreichen. Den es war sehr anstrengend das Teufelchen bis hierher zu

bewegen. Da weckte der Baum Handeln seine Aufmerksamkeit und das Engelchen schleppte immer weniger Kraft ins sich verspürend ihm zum Baum Handeln. So versuchte sie es auch am Baum des Lebens schaffte es gerade noch so bis zum Baum des selbst Wollens. Hier endete auch die Kraft des Engelchens, es sank tief geschwächt in sich zusammen. Es schlief ein und träumte von der Liebe, dass sie sie erleben darf mit dem Teufelchen. Der Teufel wachte irgendwann unter dem Baum des selbst Wollens auf, erschrak sich sehr als er das Engelchen neben sich liegen sah welches völlig erschöpft

wirkte. Er gab dem Engelchen einen zweiten sanften Engelsteufelchensdankbarkeitsküschen direkt auf die andere Wange. Dabei erwachte das Engelchen und strahlte vor Glück das es das Teufelchen retten konnte. Die Freude war so groß das der dritte Engelsteufelchensdankbarkeitsküschen sie beide übermannte und direkt auf den Mund landete. Sie versanken ineinander und wachten erst am nächsten Morgen auf. Beide waren wohl auf und gingen gemeinsam ins Haus hinein. Erlebten dort eine wundervolle Zeit- Das Engelchen wurde immer runder und

runder, das Teufelchen liebte sein Engelchen so sehr, dass er all seine Spielchen und Streiche vergaß die er einst so liebte. Dann war es so weit und ein Engelteufelchen wurde geboren. Die Freude war riesengroß, denn damit haben beide nicht gerechnet. Wie soll es den heißen forschte das Engelchen beim Teufel nach. Ich werde den Teufel was tun und die Verantwortung für den Namen übernehmen. Ganz erschrocken sah das Engelchen den Teufel an und wusste sofort welchen Namen ihr Kind nun in Zukunft tragen wird. „Liebe“ werden wir es nennen und es wird uns beide nie mehr

trennen. Gesagt getan, das Kind Liebe wurde getauft und liebevoll umsorgt und ging seine eigenen Wege. Da es ja nun vom Vater Teufel und Mutter Engel gezeugt wurde. Brauchte man manchmal Engelsgeduld um es folgen zu können, den allerlei Späße und Unsinn brachte es mit in sein Leben. Seit dem ist der Teufel los auf der Erde und man braucht Engelsgeduld des Lebenssinns zu erkennen.


CC BY-NC-ND © 11.03.2013 Petra-Josephine

 

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