Ich saß nebenan

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Ich saß nebenan

Still war es an jenem Tag, als ich Platz nahm auf der Bank, direkt neben dem Fluß, um den Augenblick zu speisen.
Joger joggen vorbei, im eigenem Tempo zogen sie voran. In weiter Ferne sah ich einen alten Mann, der sich mühsam voran zog. Der hat Mut, denk ich mir im Stillen und meine Gedanken streicheln seine Seele. Er nahm Platz auf die Bank direkt neben mir, nahm mich nicht einmal war als mein Lächeln an ihm vorrüberwehte. Er erholte sich sichtlich von dem schweren Gang bis hierher. Sein farbenfrohen Stoffbeutel aus alter Zeit, den legte er neben sich ab.

Ich lass los meinen Blick, dem ich ihn eben noch schenkte und folgte den Lauf des Flusses auf dem vorhin noch kein Leben zu sehen war.Immer näher schwamm eine Entenfamilie, sie kannten wohl den alten Mann. Geduldig warteten sie dicht am Ufer, bis er sich schwermütig wieder erhob. Seinen bunten blumigen Stoffbeutel in der Hand dem Ufer sich näherte.
Dort holte er Brot heraus, welches er für die Enten schon klein geschnitten hatte. Er freute sich sichtlich über die Treue, die ihm die Enten schenkten. Seine Beine wurden wackliger und er zog sich wieder auf die Bank zurück, wahr wohl nicht sein Tag heute.

Aus der Ferne kam näher eine fröhliche Kinder Schar. Sie stürmten direkt zum Ufer und warfen Steinchen hinein. Die Enten, sie waren weiter gezogen, still war der Fluss bevor sie kamen. Die kleinen Steinchen sie flogen ins Wasser und bildeten Kreise nach außen sich bewegend und ineinander auflösend. Stundenlang hätt ich dieses wundervolle Bild aufsaugen können. Dem alten Mann ging es wohl ähnlich, als ich ihn ein Blick schenkte. Dort spürte ich, er war versunken tief in die Vergangenheit die ihm ein Lächeln abverlangte.
Er stand wieder auf, was hat er vor? Wachsam war mein Blick sogleich. Lächelnd ging er zu den Kindern hin, in der Hand ein kleinen Stein, den er zuvor sich mühsam aufgehoben hatte. "Wießt ihr, wie wir früher mit Steinen als Kinder gerne spielten? Ob ich es noch kann? Ich versuche es einfach..."

Der alte Mann ließ den Stein flach über das Wasser tanzen, drei Kreise schenkten ihm ein Lächeln, es nicht verlernt zu haben. Er ging zurück zur Bank, doch nicht allein, die Kinder setzten sich zu ihm, als hätten sie sich noch etwas zu sagen.

"Was hast du in den Beutel drin?" fängt ein Kind an zu fragen. "Brot für meine Enten, die auf dem Fluss hier leben"
Er nahm es in seine alte Hand "können wir es ihnen geben?" Drei kleine Schalen aus sechs Kinderhänden standen auf einmal vor ihm. Liebevoll verteilte er den Rest, den der Beutel noch her gab.
Die Kinder schauten auf den Fluss, er war noch Enten leer. Der alte Mann lächelte Weise, ihr könnt sie ruhig jetzt füttern, sie kommen dann schon an. Sie kamen der Aufforderung nach und ehe sie sich versahen kamen die Enten gleich in Scharren.
Es war ein wildes Treiben zwischen den Enten zu sehen. Schnell waren die kleinen Hände wieder leer. "Kommst du Morgen wieder her?" hörte ich ein Kind gleich fragen. "Jeden Tag zur gleichen Zeit, solange meine Beine mich tragen."

"Nah dann machst gut bis morgen dann" der alte Mann seinen Beutel auszuschütteln begann.
Sein Blick badete dann auf den Fluss, er sah den Enten nach und den Erinnerungen aus seinem Leben.
Vor seinem Füßen nahm ein Spatz Platz und pickte die kösstliche Gabe. Flog direkt danach auf die Bank zu den Alten Mann, hob schräg sein Köpfchen an um Danke wohl zu sagen.
Mir ging das Bild von den Kreisen nicht aus den Kopf, ich ließ es einfach kreisen, ach ja das Leben besteht aus diesen Wellen die manchmal aufeinander schwingen und tief eindringen ....

CC BY-NC-ND © 23.10.2013 Petra-Josephine



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